Verkehrsrecht Niederlande

20 März 2015
Joost Wery
Advocaat

Verkehrsrecht Niederlande

In den Niederlanden kann bei einem Unfall der Mithaftungsanteil eines Fahrradfahrers oder Fußgängers nach Treu und Glauben unter Umständen bis auf Null reduziert werden. Eine Besonderheit des niederländischen Haftungsrechts besteht darin, dass es eine Verschuldensvermutung zugunsten nichtmotorisierter Unfallgeschädigter, also gegenüber Fußgängern, Radfahrern usw. gibt (Art. 185 WVW). Gegenüber Kindern unter 14 Jahren wird sogar seitens von Kraftfahrern immer gehaftet; ihnen ist generell keine fahrlässige Schadensverursachung vorwerfbar (allenfalls Vorsatz).

Die Verjährungsfrist des Direktanspruchs gegen die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners ist wesentlich kürzer als die des Anspruchs gegen den Unfallverursacher. Die Verjährungsfrist bei Verkehrsunfällen ist 5 Jahre ab der Kenntnisnahme vom Schaden und von der haftbaren Person. Die Ansprüche verjähren auf jeden Fall 20 Jahre nach dem Unfall. Die Verjährung bezüglich der unmittelbaren Forderung gegen die Kfz-Haftpflichtversicherung tritt nach 3 Jahren ein.

Unter Umständen kommt auch dann niederländisches Recht zur Anwendung,  wenn ein Unfall auf deutschem Boden stattgefunden hat